Die Kontrolle über alle Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr der Region Uppsala ist ebenso umfassend wie essenziell. Die praktische Verantwortung dafür trägt Peter Peltekis– unterstützt von FRIDA, der digitalen Kooperationsplattform des öffentlichen Verkehrs.
Peter Peltekis arbeitet seit 1988 im schwedischen öffentlichen Verkehr. Zunächst als Fahrzeugmechaniker bei Storstockholms Lokaltrafik (SL), anschließend von 1998 bis 2007 als Werkstattleiter bei Swebus in Märsta. Danach erhielt er von Volvo den Auftrag, bei Wist Last & Buss in Uppsala eine Buswerkstatt aufzubauen. Seit 2011 ist er Fahrzeugverantwortlicher bei UL, Region Uppsala.
Was umfasst Ihre Rolle als Fahrzeugverantwortlicher?
– Ein großer Teil meiner Arbeit besteht in der Vertragsnachverfolgung. Ich erstelle und überprüfe fahrzeugbezogene Vertragsanhänge und stehe in engem, kontinuierlichem Kontakt mit den Verkehrsunternehmen und Fahrzeuglieferanten. Es geht um Beschaffung, Fahrzeugwechsel und die Sicherstellung, dass alle Anforderungen erfüllt werden. Zusätzlich bin ich innerhalb der Verwaltung FRIDA-Verantwortlicher.
Sie arbeiten auch mit Fahrzeugkontrollen –
warum ist das wichtig?
– Die Kontrollen sind ein zentraler Bestandteil des Vertrags mit dem Verkehrsunternehmen. Sowohl wir als Auftraggeber als auch das ausführende Unternehmen erhalten Transparenz über die Qualität der beschafften Fahrzeuge.
Die Fahrzeuge müssen die von UL definierten Anforderungen erfüllen. Auftretende Abweichungen werden mit dem Verkehrsunternehmen besprochen, anschließend wird festgelegt, wie diese behoben werden.
– Wir führen einen sehr engen Dialog mit unseren Vertragspartnern– und FRIDA bringt uns dabei strukturiert zusammen.
Insgesamt sind 560 Fahrzeuge für UL im Einsatz, verteilt auf Regionalverkehr, Stadtverkehr in Uppsala, Stadtverkehr in Enköping und Schülerverkehr– alle werden über FRIDA verwaltet. Derzeit bestehen Verträge mit drei großen Verkehrsunternehmen: Gamla Uppsala Buss (GUB), Keolis Sverige AB und Mohlins Bussar AB.
Im November 2026 werden weitere 13 Verkehrsverträge integriert. Dabei handelt es sich um Taxiunternehmen. Deshalb ist die Integration von FRIDA mit Systemen wie dem Betriebsleitsystem Alfa besonders wichtig– die Implementierung läuft bereits.
Wie unterstützt FRIDA Ihren Alltag?
– Sehr stark– FRIDA ist mein Alltag. Es ist das System, das alles zusammenführt.
Früher arbeiteten wir mit Papier, Excel-Listen und manuellen Abläufen. Als wir die Fahrzeugkontrollen weiterentwickeln wollten, wurde FRIDA als digitales Werkzeug eingeführt. Seitdem ist es für unsere tägliche Arbeit unverzichtbar geworden.
Wann und wie werden die Fahrzeugkontrollen durchgeführt?
– Es gibt gezielte Kontrollen, beispielsweise zur Überprüfung der Winterreifen, die bestimmte Mindestanforderungen erfüllen müssen. Bei neuen Fahrzeugen führen wir Abnahmeprüfungen durch, bevor sie in einen Vertrag aufgenommen werden. Zusätzlich gibt es Stichprobenkontrollen, wenn wir bestimmte Aspekte genauer prüfen möchten. Außerdem führe ich regelmäßige Depotkontrollen durch– unangekündigt und direkt vor Ort.
Wie läuft der Prozess ab?
– Zu Beginn eines Verkehrsvertrags erstellen wir gemeinsam mit dem Verkehrsunternehmen ein Prüfprotokoll in FRIDA. Wir gehen alle im Vertrag definierten Kontrollpunkte systematisch durch und erhalten Punkt für Punkt ein Ergebnis– freigegeben oder nicht freigegeben.
Was geschieht bei Abweichungen?
– Wird ein Mangel festgestellt, wird das Fahrzeug nicht freigegeben. Automatisch wird eine E-Mail an die verantwortlichen Personen beim Verkehrsunternehmen versendet. Darin sind die betroffenen Punkte aufgeführt; das vollständige Prüfprotokoll ist als PDF beigefügt, inklusive Fotos zur Dokumentation.
Unabhängig davon, ob es sich um sicherheitsrelevante Themen oder vertragliche Muss- Anforderungen handelt, muss das Fahrzeug vor dem erneuten Einsatz instand gesetzt werden.
Wie würde das ohne FRIDA funktionieren?
– Ohne FRIDA wäre das kaum beherrschbar. Manuelle Listen und Excel-Dateien reichen bei dieser Komplexität nicht aus. In FRIDA bündeln wir Fahrzeugkontrollen,
das Fahrzeugmodul, das Umweltmodul sowie Berichte zu Verkehrsereignissen. Zusätzlich nutzen wir ein Abrechnungsmodul, über das wir Dokumente austauschen und strukturiert mit den Verkehrsunternehmen kommunizieren.
Eine neue Version von FRIDA wird zur Jahresmitte verfügbar sein.
– Ich bin sehr gespannt darauf. Vor allem die neuen Echtzeitfunktionen sind interessant. Künftig werde ich direkt sehen können, ob ein Fahrzeug geprüft wurde und über eine gültige Zulassung verfügt. Das wird unsere Arbeit weiter vereinfachen.
Wie funktioniert die Kommunikation mit den Verkehrsunternehmen?
– Sehr gut. FRIDA bietet zahlreiche Funktionen, die die Kommunikation erleichtern– etwa Kommentarfunktionen, automatische Benachrichtigungen und strukturierte Nachverfolgung. Zusätzlich führen wir persönliche Gespräche. In vielen Fällen übernimmt das System einen großen Teil der administrativen Arbeit.
Wie reagieren die Verkehrsunternehmen auf die Kontrollen?
– Durchweg positiv. Ich habe nie negative Reaktionen erlebt.
Besonders von Fahrern erhalte ich positive Rückmeldungen. Sie schätzen, dass wir die Fahrzeuge regelmäßig kontrollieren. Sicherheit und Qualität stehen für alle im Vordergrund, und die Kontrollen werden als Unterstützung wahrgenommen.
Wer nutzt FRIDA noch bei UL – und wofür?
– Unsere Sicherheitsverantwortlichen nutzen FRIDA, um Verkehrsereignisberichte auszuwerten und Vorfälle im Betrieb zu analysieren. Das Abrechnungsmodul wird für die monatliche Berichterstattung und den Dokumentenaustausch verwendet. Ich arbeite hauptsächlich mit dem Fahrzeugkontroll- und Fahrzeugmodul, während das Umweltmodul von unserer Umweltstrategin genutzt wird. Auch unsere Statistiker verwenden FRIDA intensiv, um die gesamte Fahrzeugflotte auszuwerten und Entwicklungen über verschiedene Zeiträume hinweg zu analysieren.